Ja, Melonen wachsen in Deutschland. Zuckermelonen wie Honigmelone und Cantaloupe reifen in warmen Lagen zuverlässig im Freiland. Wassermelonen brauchen etwas mehr Wärme, gelingen aber im Gewächshaus oder an einer geschützten Südwand.

Welche Melonen eignen sich?

Nicht jede Melonensorte schafft den deutschen Sommer. Setzen Sie auf Sorten mit kurzer Reifezeit (70-90 Tage):

  • Cantaloupe-Melonen: Kleine, aromatische Früchte mit genetzter Schale. Sorten wie 'Charentais' oder 'Ananas' reifen ab Mitte August. Einen guten Sortenüberblick bietet Mein schöner Garten.
  • Honigmelonen: Brauchen etwas länger, funktionieren aber in Süddeutschland und im Gewächshaus gut.
  • Wassermelonen: 'Sugar Baby' und 'Crimson Sweet' sind kompakte Sorten, die auch nördlich der Alpen Früchte tragen. Bevorzugen Sie geschützte Standorte.

Der richtige Standort

Melonen stammen aus warmen Regionen und brauchen viel Sonne. Mindestens 6 Stunden direkte Sonne pro Tag sind Pflicht.

Die besten Bedingungen finden Sie in:

  • Rheintal und Oberrheingraben: Die wärmste Region Deutschlands. Melonen gedeihen hier fast wie am Mittelmeer.
  • Süddeutschland: Bayern, Baden-Württemberg und Rheinhessen bieten genug Wärmestunden.
  • Geschützte Lagen überall: Eine Südwand, ein Hochbeet mit dunkler Folie oder ein Gewächshaus machen den Anbau auch in Norddeutschland möglich.

Auf dem Balkon funktionieren kompakte Sorten in grossen Kübeln (mindestens 30 Liter). Stellen Sie den Kübel an die sonnigste Stelle.

Boden und Düngung

Melonen sind Starkzehrer. Sie brauchen nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Staunässe vertragen sie nicht.

  • Boden vorbereiten: Arbeiten Sie im Frühjahr reichlich reifen Kompost ein - etwa 5 Liter pro Quadratmeter.
  • pH-Wert: Melonen bevorzugen leicht sauren bis neutralen Boden (pH 6,0-6,8).
  • Nachdüngen: Ab der Blüte alle zwei Wochen mit einem kaliumbetonten Dünger versorgen. Kalium fördert die Fruchtbildung und den Geschmack.

Tipp: Vorziehen ab April

Säen Sie Melonen ab Mitte April auf der Fensterbank oder im beheizten Gewächshaus vor. Keimtemperatur: 22-25 Grad. Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) dürfen die Jungpflanzen ins Freiland. So gewinnen Sie 4-6 Wochen Vorsprung.

Pflege während der Saison

Regelmässiges Giessen ist der Schlüssel. Melonen brauchen viel Wasser, vertragen aber keine nassen Blätter.

  1. Giessen: Morgens direkt an die Wurzel. In Hitzeperioden täglich. Tropfbewässerung ist die beste Lösung.
  2. Mulchen: Stroh oder Grasschnitt hält den Boden feucht und warm. Die Früchte liegen trocken und faulen nicht.
  3. Triebe lenken: Kürzen Sie den Haupttrieb nach dem 5. Blatt. Das fördert Seitentriebe und damit mehr Früchte.
  4. Fruchtanzahl begrenzen: Lassen Sie pro Pflanze 3-4 Früchte stehen. Mehr schafft die Pflanze nicht auszureifen.

Gewächshaus verlängert die Saison

Im Gewächshaus starten Sie 2-3 Wochen früher und ernten bis in den Oktober. Die höheren Temperaturen unter Glas kommen Melonen sehr entgegen. Achten Sie auf gute Belüftung an heissen Tagen, damit sich keine Pilzkrankheiten bilden. Hinweise zum Pflanzenschutz im Gewächshaus gibt das Gartenjournal.

Auch ein einfaches Folientunnel über dem Beet bringt deutlich mehr Wärme als der offene Anbau. Kosten: ab 20 Euro im Baumarkt. Weitere Anbautipps speziell für Wassermelonen finden Sie bei Plantura.