Blütenendfäule ist keine Krankheit und nicht ansteckend. Die dunklen, eingesunkenen Flecken an der Unterseite Ihrer Tomaten entstehen durch einen lokalen Calciummangel in der Frucht. Die gute Nachricht: Sie können das Problem mit gleichmässigem Giessen und der richtigen Bodenpflege beheben.
Was ist Blütenendfäule?
Am unteren Ende der Tomate bilden sich braune bis schwarze, eingesunkene Stellen. Das Gewebe wird ledrig und hart. Betroffen sind vor allem die ersten Früchte der Saison, besonders bei Flaschen- und Ochsenherztomaten.
Viele Gärtner vermuten einen Pilz oder eine Infektion. Tatsächlich steckt ein Versorgungsproblem dahinter: Die Frucht bekommt zu wenig Calcium. Das passiert selbst dann, wenn genug Calcium im Boden vorhanden ist - etwa bei unregelmässiger Wasserversorgung.
Die drei häufigsten Ursachen
- Ungleichmässiges Giessen: Wechsel zwischen Trockenheit und starkem Wässern stört den Calciumtransport in die Frucht. Das ist die häufigste Ursache.
- Calciummangel im Boden: Saure Böden unter pH 6,0 binden Calcium so fest, dass die Pflanze es nicht aufnehmen kann. Die Landwirtschaftskammer NRW erklärt den Zusammenhang zwischen pH-Wert und Calciumverfügbarkeit.
- Überdüngung mit Stickstoff: Zu viel Stickstoff fördert das Blattwachstum. Die Blätter entziehen der Frucht dann das verfügbare Calcium.
Soforthilfe: Was Sie jetzt tun können
Bereits befallene Früchte erholen sich nicht mehr. Schneiden Sie die betroffene Stelle grosszügig ab - den Rest können Sie bedenkenlos essen. Die Tomate ist nicht giftig oder verdorben.
Für die nächsten Früchte helfen diese Massnahmen:
- Gleichmässig giessen. Einmal täglich morgens direkt an die Wurzel. Vermeiden Sie Trockenphasen und Überschwemmungen gleichermassen.
- Mulchen. Eine 5 cm dicke Schicht aus Rasenschnitt oder Kompost hält die Feuchtigkeit im Boden konstant.
- Calcium nachdüngen. Algenkalk oder zermahlene Eierschalen leicht in die obere Bodenschicht einarbeiten. Algenkalk wirkt schneller als Eierschalen.
pH-Wert prüfen
Tomaten brauchen einen Boden-pH zwischen 6,0 und 6,5. Teststreifen aus dem Gartencenter kosten unter 5 Euro und liefern in Minuten ein Ergebnis. Liegt der Wert unter 6,0, hilft Algenkalk beim Aufkalken.
Vorbeugen: Im Frühjahr richtig starten
Blütenendfäule lässt sich fast vollständig vermeiden, wenn Sie den Boden vor der Pflanzung vorbereiten:
- Beet mit Algenkalk vorbereiten: Zwei Wochen vor dem Auspflanzen 100-150 g Algenkalk pro Quadratmeter einarbeiten.
- Kompost einbringen: Reifer Kompost liefert Calcium und verbessert die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.
- Tropfbewässerung installieren: Ein Tropfschlauch am Boden versorgt die Pflanzen gleichmässig ohne Aufwand. Das ist die zuverlässigste Methode gegen Blütenendfäule.
- Stickstoff dosieren: Organische Dünger geben Nährstoffe langsamer ab als Mineraldünger und vermeiden Überdüngung.
Ausführliche Informationen zu Ursachen und Behandlung finden Sie bei Tomate, Paprika & Kräuterbeet.
Betroffene Tomaten essen - ja oder nein?
Ja. Blütenendfäule ist keine Fäulnis durch Bakterien oder Pilze. Sie können die dunkle Stelle wegschneiden und den Rest der Tomate verwenden. Geschmack und Nährwert des gesunden Fruchtfleischs sind unverändert. Auch Mein schöner Garten bestätigt: Die Früchte sind unbedenklich essbar.